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Internationaler Frauentag

Gleichstellung

Heute zum Internationalen Frauentag wurde ich von der Frauentagsinitiative in Schleiz gebeten, die kleine Festrede unter dem Motto "heute für Morgen Zeischen setzen! Frieden, Toleranz, Gleichberechtigung" in der Schleizer Wisentahalle zu halten.

Dem komme ich gern nach, und veröffentliche sie hier auf meiner Seite.

Sehr geehrte Damen, liebe Gäste

ich bedanke mich recht herzlich für die Einladung und die Möglichkeit, hier vor Ihnen auch als Generations- und Demografiebeauftragte des Saale-Orla-Kreises, aber vor allem als Frau sprechen zu dürfen.

Am 8. März wird weltweit der Frauentag oder auch „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ begangen.

Wir wissen, dass dieser Tag vor mehr als 100 Jahren für den Kampf  um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht entstanden ist und dass es auch heute noch viele Themen gibt, die es gilt von Frauen angesprochen zu werden.

Ich erinnere hier an ein Zitat von Margaret Thatcher

„ Wenn sie in der Politik etwas gesagt haben wollen, wenden sie sich an einen Mann. Wenn sie etwas getan haben wollen, wenden sie sich an eine Frau.“

Das diesjährige Thema lautet

            „Heute für Morgen Zeichen setzen!           Frieden, Toleranz, Gleichberechtigung“

und vor allem darauf möchte ich Ihnen meine ganz persönliche Sichtweise darstellen.

 

Frieden, Toleranz, Gleichberechtigung

So ein Thema in der heutigen Zeit und in einer kleinen Festrede

Sie werden mir nachsehen, dass ich mich nur auf einige Aspekte beziehen kann.

 

Der Krieg, der das Gegenstück von Frieden im Allgemeinen ist, war noch nie so nah in den letzten Jahrzehnten an unser Deutschland herangerückt.

Kämpfe auf den Falklandinseln, in Zentralafrika erschreckende Bilder, aber weit weg.

Schon die Auseinandersetzungen zwischen Israel und seinen Nachbarn, Kämpfe  um kurdische Gebiete im türkischen Grenzraum und die Kriege rund um das sich auflösende Jugoslawien mit seinen schrecklichen Morden an der Zivilbevölkerung, um eine ethische Säuberung zu erreichen, erschreckte uns.

 

Jetzt die Auseinandersetzungen in der Ukraine, wo Teile des Landes einfach so, wieder russisch werden und werden sollen und somit eine gnadenlose Zerstörung im Namen der Ehre, der Nation ohne Rücksicht auf die Bevölkerung erfolgt.

Friede ist ein Gut, das ich immer mehr zu schätzen weiß und schützen möchte, je näher es an meine Heimat, an mein Leben heranrückt und mir vor Augen führt, wie gering die Toleranzgrenze zu Gewalt, Zerstörung und dem skrupellosen Durchsetzen eigener Interessen ist.

Nelson Mandela sprach davon:

„Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen, wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion geboren.

Hass wird gelernt.

Und wenn man Hass lernen kann, kann man auch lernen zu lieben. Denn Liebe ist ein natürlicheres Empfinden im Herzen eines Menschen als ihr Gegenteil.“

 

 

Auf dem Balkan, wie auch im Ukrainekonflikt gab und gibt es Gruppen von Menschen, die sich nicht ausreichend anerkannt, geschützt, ja unterdrückt oder in ihrem persönlichen Freiheiten beschnitten fühlten.

Toleranz gegenüber dem Einzelnen, seinen Rechten, Pflichten und Chancen

gibt es in diesen Konfliktsituationen nicht mehr und das sensible Gefüge, von allgemein anerkannten Regeln, Normen, ja auch Gesetzen, welche das Zusammenleben demokratisch ordnen und legitimieren,  verschwindet.

 

Diesen Tendenzen will ich entschieden gegenübertreten, denn  ich nehme sie auch in Deutschland war.

Einige Beispiele dazu:

Deutsche nehmen sich das Recht heraus, Menschen, die anders aussehen als der Großteil der Bevölkerung  zu verfolgen, zu beschimpfen und zu ermorden (NSU- Prozess)

Menschen die in Deutschland  einer oder keiner Religion angehören, verurteilen pauschal anders Gläubige als Gefahr für unser  Leben, dabei fehlt hier oft die Kenntnis oder das Einfühlungsvermögen für den Einzelnen, seine Lebensgeschichte und seine Lebensleistung.

Menschen, die in ihrer Not ihr Land verlassen, werden mit Vorurteilen, Misstrauen und Ablehnung  konfrontiert. Da schließe ich jetzt die materielle Not genauso wie die Verfolgung und damit  Bedrohung ihres Lebens mit ein.

Schon Indira Gandhi sagte: „Durch die Gasse der Vorurteile muss die Wahrheit ständig Spießruten laufen“

Ich weiß, dass Deutschland nicht alles Elend der Welt beenden oder verbessern kann. Es gibt aber Gesetze, die als Maxime des Handelns  klar das Vorgehen regeln und diese eine demokratische Legitimation haben.

Geben wir den Menschen, die hier bei uns und mit uns leben, so Lange dies auch sein mag, nicht das Gefühl unerwünscht zu sein.

Zeigen wir am Beispiel, wie friedliches demokratisches und menschliches Zusammenleben organisiert sein kann. Vielleicht bleibt der Eine oder Andere bei uns und bereichert durch seine Lebenserfahrung auch mein oder unser Leben.

Die Vertriebenen aus Schlesien, die Ungarn, Tschechen oder Bulgaren, die schon seit DDR – Zeiten bei uns und mit uns leben sind nicht mehr weg zu denken.

 

Oder mit Kants kategorischen Imperativ  zu sprechen:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Frei übersetzt durch mich:

Also tue nur dass, was dir und allen anderen wiederfahren soll.

 

 

Und damit komme ich am Ende meiner Ausführungen zum Teilbereich Gleichberechtigung:

Wir Frauen haben die Möglichkeit, gleichberechtig ohne um Erlaubnis zu fragen viele kleine und große Dinge zu tun, die wir für Richtig halten. Die aus dem Herzen kommen.

Lili Palmer sagte einmal: „Nicht Treuebruch ist das größte Verbrechen, sondern Gleichgültigkeit, Bosheit und Intoleranz.“

Wir Frauen denken und handeln oft anders als Männer, wir müssen uns nicht verstecken oder vor der Dominanz der Männer kuschen. Wir sind nicht weniger klug, können anpacken und für Dinge die wir als richtig und wichtig erkennen, kämpfen.

Ich wünsche mir mehr Frauen, die sich konstruktiv einmischen, nicht nur im Beruf,  in den Kirchen und Vereinen sondern auch in den Parteien und Parlamenten.

 

Und ich bin mir bewusst, dass es noch Frauen, gibt, die nicht so selbstbewusst wie vielleicht ich um ihre Ideen, ihre Rechte, ihre Entwicklung kämpfen.

Den sollten wir immer zur Seite stehen, den, die Nächsten nicht vergessen und sie unterstützen.

Die meisten von uns haben dazu die Kraft und tun dies oft schon.

 

Stellvertreten möchte ich mich hier als Beispiel bei den Organisatorinnen dieser Veranstaltung bedanken. Sie nehmen alle Jahre den Aufwand gern in Kauf, um für uns einen schönen Nachmittag zu gestalten.

Sie lassen die Tradition des Frauentages nicht verblassen und erinnern an den noch nicht vollendeten Kampf um Gleichberechtigung.

Auch das ist ein Grund warum ich mich heute zur Wahl des Bürgermeisteramtes in meinem Heimatort Saalburg-Ebersdorf stelle, ich will mich aktiv einbringen und einmischen. Ich bin nicht streitsüchtig, muss nicht immer das letzte Wort oder recht haben, aber was ich tue, tue ich aus Überzeugung und mit ganzer Kraft.

Mir ist bewusst, wenn ich die Wahl gewinne, bin ich die einzige hauptamtlich arbeitende Frau Bürgermeisterin in unserem Saale-Orla. Doch ich bin überzeugt, dass ich diese Arbeit genauso gut, aber sicher immer anders, ausfüllen kann.

Wenn ich nicht erfolgreich bin, werde ich mich aber nicht beschämt und verletzt in die Schmollecke zurückziehen und über die Ungerechtigkeit der Welt sinnieren.

 Nein,  ich werde meinen Weg gehen und mich weiter für meine Region, unser gemeinsames Zusammenleben und für die Frauen einsetzen.

Unsere Gesellschaft braucht noch mehr Frauen, die es wagen öffentlich aufzutreten, dabei nicht ihre Persönlichkeit opfern, sich nicht angleichen oder ihre Vorstellungen verleugnen. Wir sind deutlich mehr als ein schmückendes Beiwerk 

insbesondere im Kampf um Frieden, Toleranz und Gleichberechtigung

Heute wie morgen.

 

Homepage Regine Kanis